Als eine Ikone beschreibt der Duden eine „Person oder Sache, die bestimmte Werte oder ein bestimmtes Lebensgefühl verkörpert“. So gesehen hat der Toyota Land Cruiser dieses Prädikat verdient.

Toyota Land Cruiser im Konvoi

Mit dem Toyota Land Cruiser jenseits der Strassen in Afrika

Vor 65 Jahren erschien er als nüchterner Geländeprofi im klassischen Jeep-Look, inzwischen ist er als recht elegantes SUV unterwegs. Von seinem Können über Stock und Stein hat er über die Jahre hinweg aber nichts eingebüsst. Um die neueste Version des „Land-Kreuzers“ ins passende Licht zu rücken, steckten die Japaner ein exotisches Testterrain ab. Und zwar weit abseits fester Strassen, in der menschenleeren Wüste von Namibia, eingerahmt von schroffen Berglandschaften.

Wüstenpiste, trocken und staubig

Namibia, ein Land 20 Mal so gross wie die Schweiz bei gerade mal einem Drittel der Bevölkerung (2.8 Mio.). Hier geht es nicht ums Parkieren auf engen städtische Parkplätzen, um den Wendekreis oder ums flotte Fortkommen auf asphaltierten Autobahnen.

Vier Toyota Land Cruiser im Konvoi

Namibia ist ein Sehnsuchsort für Offroad-Begeisterte

Ein Toyota Land Cruiser überwindet eine Steigung

Die frühere deutsche Kolonie oberhalb von Südafrika ist ein einzig grosser Sandkasten für Offroad-begeisterte Europäer, die sich gerne durch tiefen Sand wühlen. Die auf den Pisten dicke zementartige Staubfahnen hinter sich herziehen. Die schmale Pfade unter die Räder nehmen, wo spitze Felsbrocken und scharfe Kanten auf verletzliches Gummi lauern.

Toyota Land Cruiser mit Platten

Oder die durch schlammige Wasserreste krabbeln, die ein wegen ausbleibenden Regens fast ausgetrockneter Fluss hinterlässt. Hier wächst wenig, dafür können die wenigen Tiere wie Elefanten oder auch Wüstenlöwen aber schnell in Deckung gehen.

Schlammpiste

Ein Elephant schaut zu

Ausgeklügelte Technik im Toyota Land Cruiser

Das alles scheint wie gemacht für die Fähigkeiten des Land Cruiser und seine ausgeklügelte Technik. Beispielsweise die sogenannte „Crawl“-Funktion. Per Knopfdruck aktiviert, lässt sie den 2,4-Tonnen-Kreuzer mit einer vorher eingestellten Geschwindigkeit über Hindernisse kriechen. Nur lenken, kein Gasgeben.

Über Stock und Stein mit dem Land Cruiser

Fünf Fahrprogramme können gewählt werden, so dass der Toyota für fast jedes Terrain die bestmögliche Traktion bereitstellt. Dazu kommt ein Kamerasystem, das verschiedene Perspektiven ermöglicht und so vom Fahrer aus unsichtbare Gefahren auf den Monitor zaubert. Untersetzungsgetriebe, Sperrdifferential, Bergab- und Berganfahrhilfe gehören bei Toyota ebenfalls dazu

Facelift beim Land Cruiser

Aber nicht nur die japanischen Ingenieure haben ganze Arbeit geleistet. Auch die Designer haben eine Scharte des Vorgängers ausgewetzt, die bei Querfeldein-Jüngern ebenso für Kopfschütteln gesorgt hat wie bei den Lifestylern. Die Rede ist von den grossen Scheinwerfer-Augen mit ihren weit herunter hängenden „Tränensäcken“ fürs LED-Tagfahrlicht. Die sollten zwar für Modernität sorgen, wirkten aber alles andere als elegant und zeitgemäss. Jetzt sind sie deutlich schmaler und passen perfekt zu dem fett chromumrandeten Kühlergrill und seinen fünf dicken Streben.

Toyota Land Cruiser im Sand

Zudem spendierten die Gestalter der Motorhaube eine recht tiefe mittige Sicke, die die Sicht nach schräg vorne verbessert. Das neue Gesicht steht dem Land Cruiser zweifellos gut.

Innen alles neu

Das Cockpit des Toyota Land Cruiser

Ähnliches gilt auch für den völlig umgestalteten Innenraum mit 4,2-Zoll-Monitor, einer separaten Bedienfläche für die verschiedenen Gelände-Fahrprogramme und einem modern gestylten Lenkrad. Je nach Ausstattung sitzt der Globetrotter auf feinem Leder, dessen Sitzfläche per Knopfdruck gekühlt werden kann und lauscht dabei einem Soundsystem mit bis zu 14 Lautsprechern. Ein nobles Ambiente, eigentlich viel zu schade, um es dem gelben Wüstenstaub, der stets auch ins Auto dringt, auszusetzen. Vielleicht ist es ja dieser Kontrast zwischen behaglicher Wohnlichkeit und extremen Fähigkeiten im Nirwana, der den Land Cruiser so beliebt gemacht hat.

Für SUV-Fans und wilde Kerle

Toyota Land Cruiser vor im Sand

Erfahrungsgemäss sind es zwei Gruppen, die sich mit dem Toyota-Flaggschiff anfreunden. Zum einen die SUV-Fans, die die Vorzüge des geräumigen, hochgebauten Land Cruiser als komfortables Reisemobil schätzen, aber keine Abenteuer-Ambitionen haben. Und dann gibt es die anderen, die auf einen echten Kerl angewiesen sind, der auch unter widrigen Bedingungen nicht schlappmacht, ein echtes Nutz-Fahrzeug ist und sie notfalls zuverlässig durch unwirtliche Länder begleitet.

Nur ein Motor für die Schweiz

Für die Schweiz bietet Toyota seinen Weltenbummler nur mit einer Motorisierung an. Der 2,8-Liter-Diesel kommt mit vier Zylindern aus, aktiviert seine 177 PS ab 1’600 Umdrehungen. Gut so, denn hier geht es um Durchzugskraft bei geringem Tempo. Die Sechsgang-Automatik (ein Schaltgetriebe ist auch lieferbar) arbeitet ordentlich mit dem Triebwerk zusammen, die Luftfederung sorgt für Komfort und ermöglicht auch eine Höhenverstellung zum Beispiel bei einer Wasserdurchfahrt.

Toyota Land Cruiser Wasserdurchfahrt

Auch wenn so ein komplett bestückter Land Cruiser ganz schön ins Geld gehen kann, bietet er beiden Fangruppen seine legendäre Langlebigkeit, Robustheit, Verwöhnkomfort und moderne Offroad-Technik. Eine Ikone eben.

Toyota Land Cruiser (Fünftürer) – Technische Daten:

Fünftüriger, fünfsitziger Geländewagen, Länge: 4,84 Meter, Breite: 1,86 Meter, Höhe: 1,84 Meter, Radstand: 2,79 Meter, Kofferraumvolumen: 621 – 1’934 Liter, 2,8-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel, 130 kW/177 PS, maximales Drehmoment: 450 Nm bei 1600 – 3000 U/min, permanenter Allradantrieb, Sechsgang-Automatik oder Handschaltgetriebe, Vmax: 175 km/h, 0-100 km/h: 12,7 s, Normverbrauch: 7,2 l/100 km, CO2-Ausstoss: 190 g/km, Abgasnorm: Euro 6,
Effizienzklasse: B, Preis Fünftürer: CHF 38’300 – CHF 76’600 (Dreitürer: CHF 34’200 – CHF 51’600)

Toyota Land Cruiser gleitet über eine Sand-Dühne

Toyota Land Cruiser – Kurzcharakteristik:

Warum: weil man ein Ferienhaus in der Wüste hat
Warum nicht: weil die Weltreise erst in 20 Jahren ansteht
Was sonst: Land Rover Discovery, VW Touareg, SsangYong Rexton

Toyota Land Cruiser auf der Sandpiste

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