Das neue Familien-Shuttle von Opel kommt im Herbst auf den Schweizer Markt und legt viel Wert auf Alltagsnutzen und Variabilität. Die Technik teilt sich der Opel Combo Life mit Peugeot (Rifter, ehem. Partner) und Citroen (Berlingo), tritt optisch aber eigenständig auf.

Opels kleinen Transporter gibt es schon seit Mitte der 80er-Jahre. Zunächst schmückte er sich mit dem Vornamen Kadett, von dem er auch die Technik übernahm. Zehn Jahre später spielte der kleinere Corsa die Rolle des Genspenders. Vor sieben Jahren schliesslich orientiere sich der Hochdachkombi gen Süden, wurde Zwillingsbruder des Fiat Doblo.

Und jetzt lernt der familienfreundliche Lastesel auch noch französisch. Denn nach den SUV-Modellen Crossland X und Grandland X ist der neue Combo die dritte Gemeinschaftsproduktion zwischen Peugeot, Citroen und Opel. Das Teamwork begann allerdings schon vor fünf Jahren, also lange vor dem Verkauf von Opel an die Franzosen. Heraus kam ein Trio: Peugeot Rifter (früher Partner), Citroen Berlingo und eben die fünfte Generation des kleinen Raumwunders.

Für den neuen Opel Combo Life spricht, dass er von Anfang an als PW entwickelt wurde und so die Ansprüche privater Kunden nach Komfort und Behaglichkeit ebenso erfüllt wie deren Wunsch nach deutlich mehr Platz, als ihn eine Limousine, ein Kombi oder auch ein SUV bieten kann. Bei den meisten Rivalen stand am Anfang immer ein nüchternes Nutzfahrzeug: fensterlos, karg ausgestattet und wenig gedämmt.

Die Ingenieure haben vielen Ideen in den je nach Radstand 4,40 oder 4,75 Meter langen Hochdachkombi gepackt. Zwei Schiebetüren (die linke gegen Aufpreis), ein gewaltiger Kofferraum mit 597 bis 2’693 Litern oder eine separat zu öffnende Heckscheibe für das kleine Gepäck zwischendurch.

Wohin man auch blickt, tun sich Staufächer, kleine Ablagen oder sogar eine 36 Liter grosse Box hinter den Köpfen unterm Dach auf.

Üblich in dieser Kategorie von Autos: Fahrer und Beifahrer sitzen in einer ausladenden, glatt anzufühlenden Plastik-Landschaft. Unüblich dagegen das Angebot an Assistenzsystemen: Spurhalte- und Notbremsassistent mit Fussgängererkennung sind ebenso serienmässig wie ein Müdigkeitswarner oder Verkehrszeichenerkennung. Zu haben sind aber auch Head-Up-Display, Panorama-Rückfahrkamera, halbautomatisches Einparken oder ein bis zu acht Zoll grosser Monitor für Navigation und Entertainment. Bei schlechtem Wetter hilft ein “IntelliGrip” genanntes System, das per Drehschalter auf verschiedene Strassenzustände geeicht wird. Insgesamt fünf Programme sollen bestmögliche Haftung z.B. auf Schnee, Matsch oder auch Sand ermöglichen.

Opel Combo Life 4×4

Durch den Zusammenschluss mit PSA kann Opel nun aber auch auf den elsässischen 4×4-Spezialisten “Dangel” zurückgreifen und den Combo Life mit Allradantrieb anbieten. Dass Dangel 4×4 gut kann, haben sie bereits in mehrfach bei Dakar-Einsätzen bewiesen und sind bereits seit vielen Jahren für PSA das, was Magna-Steyr für Mercedes, Volkswagen & Co. ist. Einziger Wermutstropfen: das ist keine 4×4-Lösung ab Werk und wird sich sicherlich in der Lieferfrist bemerkbar machen. Wenn man ihn dann aber mal hat, dann ist Opel Combo Life 4×4 sicher eine gute und günstigere Alternative zum Branchenprimus, dem VW Caddy 4Motion.

Zwei Längenvarianten mit 4,40 Metern und 4,75 Metern sind zu haben, beide können auf Wunsch mit einer dritten Sitzreihe, Einzelsitzen in Reihe zwei und einem umklappbaren Beifahrersitz ausgerüstet werden.Der Einstieg in den Fond erfolgt stets über die seitlichen Schiebetüren, der Kofferraum findet sich hinter einer oben angeschlagenen Klappe.

Aber auch für grosses Gepäck ist Platz: maximal 2’700 Liter in der Langversion mit umgeklappten Sitzen und 597 Liter im fünfsitzigen Kurzmodell.

Als Besonderheit gibt es eine separat zu öffnende Heckscheibe, die das schnelle Verstauen von Kleinkram erleichtert.

Einen grossen Sprung macht der Opel Combo in Sachen Assistenten und Infotainment.

Für Sicherheit sorgen unter anderem ein Frontkollisionswarner mit Fussgängererkennung, ein Spurhalteassistent und eine Verkehrsschild-Erkennung. Das Rangieren soll ein automatischer Parkassistent erleichtern. Ausserdem ist ein Infotainment-System an Bord, das mit Android Auto und Apple Car Play kompatibel ist.

Neben neuer Technik gibt es auch frische Motoren.

Unter der kurzen Haube stehen zwei Triebwerke mit zusammen fünf Leistungsstufen zur Wahl: Der 1,2-Liter-Turbobenziner schickt 81 kW/110 PS bzw. 96 kW/130 PS ins Rennen. Der 1,5-Liter-Diesel ist von 55 kW/75 PS über 74 kW/100 PS bis hin zum gleichen Spitzenwert wie der Benziner zu haben. Alle Motoren erfüllen die verschärfte EU6-Norm und werden von den Franzosen gebaut. Eine Achtgang-Automatik für die Spitzenversionen ist auf Wunsch aus Rüsselsheim hin ins Programm gelangt.

Markteinführung Schweiz: Herbst 2018
Verkaufsstart: ab Sommer 2018
Preis: noch nicht bekannt

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