Das Projekt „Lost Cultures, Forgotten Heroes“ reist in die Vergangenheit, um Geschichte zu bewahren und die Zukunft zu gestalten.

Ich wurde 1961 in Blackwater geboren, einem kleinen Weiler nahe Camberley in England. Die Geschichte des Ortes lässt sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen, aber diese ländliche Umgebung, in der ich aufwuchs, war vor allem geprägt von der Royal Military Academy Sandhurst (RMAS), gegründet 1812 als Junior Department des Royal Military College und beheimatet in einem vom Architekten James Wyatt entworfenen Neubau.

In den vergangenen sechs Jahrzehnten hat sich die Architektur stetig gewandelt, neue Autobahnen durchziehen das Land, Dampfloks mussten moderneren Artgenossen weichen, das Handwerk neuen Technologien. Den Metzger im Dorf und den Milchmann ersetzten Supermärkte; Massenware und Fast Food sind rund um die Uhr erhältlich. Wann hörte ich zuletzt die Hufe der Kohlekutschenpferde auf dem Pflaster? Ist Veränderung immer positiv? Was ist mit den Traditionen, die unsere Gesellschaft über Jahrhunderte geformt haben und nun vom Aussterben bedroht sind?

Geschichte verblasst vor unseren Augen

Im Rahmen von „Lost Cultures, Forgotten Heroes“ (LCFH) wenden uns der Erhaltung des kulturellen Erbes zu und sind dabei gleichzeitig aktiv an Umwelt- und Naturschutzprojekten beteiligt. In Ländern, die nicht auf den ersten Blick vermuten lassen, dass ein Kulturerbe zu bewahren ist. Länder, in greifbarer Nähe, mit fast schon vergessenen ethnischen Gebräuchen und exotischen Traditionen.

Wir beginnen diese Dokumentarserie im äussersten Nordosten Portugals, wo wir Anfang des Jahres mehr als vier Wochen verbracht haben, um die entlegensten Dörfer zu erkunden und wo wir schillernde Persönlichkeiten trafen. Knapp 2‘000 Kilometer abseits der Strasse, durch atemberaubende Landschaften und mit Übernachtungen im Zelt bei Minustemperaturen – eine unvergessliche Reise in die Vergangenheit.

Ziel unserer ersten Expedition war es, Material und Inhalte zu sammeln, Interesse zu wecken und das Bewusstsein zu schärfen für das Projekt. Und ich bin ehrlich begeistert, dass seit unserer Rückkehr eine weitere äusserst wichtige Aufgabe hinzugekommen ist: Wir wurden eingeladen, bei der Wiederansiedlung des Pardelluchses (auch Iberischer Luchs) im Süden Portugals zu helfen.

Noch haben wir kaum an der Oberfläche gekratzt und ohne die Expertise und das lokale Wissen unseres neuesten Redakteurs, José Almeida und der nachhaltigen Unterstützung unserer Partner wäre „Lost Cultures, Forgotten Heroes“ nicht in der Lage, uns Augen und Herzen zu öffnen und daran zu erinnern, dass jenseits all der Smartphones, Tablets und TVs eine Welt voller Abenteuer und Überraschungen auf uns wartet. Eine prächtige Welt für die Sinne, voller Emotionen.

Falls noch nicht geschehen, möchte ich euch bitten, uns auf Facebook (@OverlandJournalEurope) zu liken und zu folgen; gehört zu den Ersten, die über unseren Fortschritt und den Start der neuen @LCFHexpedition FB-Seite und Website informiert werden. Begleitet uns auf diesem Abenteuer.

Safe travels!

Fotos: José Almeida

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