Overlanding in den 1930er Jahren
Urlaubsfotos aus den 1930er Jahren geben einen faszinierenden Einblick, wie das abenteuerlustige Ehepaar „Fuller“ aus Nottinghamshire mit seinem Chevrolet Eccles Wohnmobil Nordafrika bereiste, um der Finsternis der Weltwirtschaftskrise zu entfliehen.

Passt doch grad irgendwie zu der aktuellen Lage, denn zu Zeiten der grossen Depression blieben die meisten britischen Familien eher zuhause und besuchten vielleicht einen Badeort wie Blackpool. Nur wenige trauten sich noch in die grosse weite Welt – oder konnten es sich schlichtweg nicht mehr leisten.

Die rund 100 Foto der epischen Reise der Fullers wurde bei einer Hausauflösung in Nottingham in einem Karton gefunden und kürzlich in UK versteigert. Der Auktionator Charles Hanson sagt dazu: „Caravaning ist in Grossbritannien sehr beliebt und ich bin sicher, dass viele Fans von diesen Bildern fasziniert sein werden, die das Fahrzeug von innen und aussen zeigen.“

Damals in den 1930er Jahren waren Reisen dieser Art eine ziemlich angesagte Sache. Tatsächlich hatte man in Birmingham gerade erst mit dem Bau der Eccles Caravans begonnen und zu dieser Zeit nur den Wohlhabenden vorbehalten.

Das Paar reiste – zusammen mit einem Dienstmädchen – in ihrem geliebten Chevrolet Eccles Wohnmobil über damalig atemberaubende 2300 Meilen (ca. 3600Km) von Dover in die Sahara.

Die Bilder zeigen das Paar im Hafen von Dover, an Bord eines Schiffes und auf dem Weg durch Frankreich. In Bordeaux wurde ihre Karawane von einem Priester gesegnet, bevor das Paar seine Reise nach Algier, in die Sahara und zahlreiche afrikanische Siedlungen fortsetzte.

Man sieht, wie sich die Reisenden mit Einheimischen anfreunden, während sie ein Zelt für ihr Dienstmädchen aufschlagen, während sie den Komfort der Karawane geniessen.

Was muss das damals für ein Abenteuer gewesen sein. Die Fullers kehrten – wie die Bilder zeigen – wohlbehalten zurück und brachten einen Affen als Souvenir mit. Die Bilder, die nach der Rückkehr aufgenommen wurden, zeigen das Paar mit ihrem Tier in einem Garten in einer scheinbar ganz gewöhnlichen britischen Strasse.

Der Verkäufer der Fotos, der anonym bleiben wollte, sagte: “Wir haben keine Ahnung, wer das Ehepaar und das Hausmädchen auf den Fotos sind, aber es könnte eine Verbindung nach Nottinghamshire bestehen. Die Alben gehörten einem 92-jährigen Verwandten aus Nottingham und wurden gefunden, als das Haus geräumt wurde.

P.S.
Die erste Reisekarawane wurde 1884 von Dr. William Stables gebaut, dessen schwarz-goldene Version bedeutete, dass er wie ein “Gentleman-Zigeuner” leben konnte.

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