BoXmanufaktur und RRE Global – eine besondere Partnerschaft

BoXmanufaktur und RRE Global – eine besondere Partnerschaft

BoXmanufaktur und RRE Global – eine besondere Partnerschaft

 

Die Unternehmen BoXmanufaktur in Bremen (D) und RRE Global in Las Vegas (USA) liefern die passenden Fahrzeugkomponenten für das anspruchsvolle Overlanding und auch herausfordernden Expeditionen.

Die Bewertung einer Firma erfordert mehr als nur einen Besuch und die Sichtung diverser Produkte. Wir sammeln über die Zeit Eindrücke, sowohl unsere eigenen als auch die von Kunden und Lieferanten. In diesem Fall lernten wir RRE Global und BoXmanufaktur 2015 beziehungsweise 2016 über einen Freund kennen. Seitdem besuchten wir mehrfach die Produktion in Deutschland, den Betrieb in Las Vegas im November 2015 anlässlich der SEMA und trafen regelmässig Kunden und Geschäftspartner. Neben Marketing, Werbung und Verkauf spielt die Art und Weise, wie Probleme und Beschwerden vom Unternehmen gelöst werden, eine wichtige Rolle in unserer Gesamtbewertung. Eine positive Bewertung ist kein Freibrief, der verspricht, dass das Unternehmen dein ideales Produkt liefern kann. Dennoch handelt es sich um eine unvoreingenommene Analyse der Menschen hinter den Kulissen, der angebotenen Produkte oder Dienstleistungen, des Preis-Leistungs-Verhältnisses und ihrer Fähigkeit, Probleme zu lösen, falls sie auftreten.

Expedition oder Overlanding?

Zwei grundsätzlich unterschiedliche Ansätze: Eine Expedition wird normalerweise als das Erfüllen einer bestimmten Aufgabe bei Ankunft an einem vorgegebenen Ziel definiert, wobei das Hauptaugenmerk auf der Aufgabe liegt. Der Begriff Overlanding hingegen beschreibt fahrzeugunterstütztes Reisen, mit dem Schwerpunkt auf der Reise, die sowohl eine längere transkontinentale Fahrt als auch ein Wochenendausflug ins nahegelegene Hinterland sein kann, um dem Alltag zu entfliehen. Egal welches Abenteuer dich ruft, ein gut vorbereitetes Fahrzeug ist die Voraussetzung für den Erfolg.

Beide Unternehmen, sowohl BoXmanufaktur als auch RRE Global, sind eigenständige, beeindruckende Firmen: BoXmanufaktur in Sottrum bei Bremen, Deutschland, ist einer der grössten Kabinenhersteller weltweit, mit über einhundert Jahren Erfahrung als Karosseriebauer. RRE Global, mit Head Office und Lager in Las Vegas (USA), ist Alleinimporteur und Distributor für Fahrzeuge, Kabinen und Ausrüstung von Premium-Herstellern und bedient das B2B- ebenso wie das B2C-Geschäft in Nordamerika und Kanada. Bündelt man die Kompetenzen dieser beiden Unternehmen, ist das Ergebnis eine Partnerschaft mit internationaler Reichweite. Die daraus resultierenden Produkte decken die Bedürfnisse anspruchsvoller Overlander ab, die entweder Fahrzeuge in Sonderanfertigung bzw. Leerkabinen oder sogar die Komponenten für ein Selbstbauprojekt suchen, um die abgelegensten Orte der Welt zu entdecken (und heil wieder nach Hause zurückzukehren). Die Hauptakteure hinter diesen beiden Unternehmen sind Hajo Willenbrock und Andreas Bruckner.

Betrachten wir jetzt das jeweilige Angebot aus praktischer Sicht anhand einiger Beispiele, wie Kundenwünsche in Europa und den Vereinigten Staaten erfüllt werden:

Komfort nach Mass

Das jüngste reisefertige High-End-Fahrzeug, das die Hallen der BoXmanufaktur verlässt, ist ein neuer Unimog 4023 mit einer luxuriös ausgestatteten Kabine von 4,30 m Länge. 59 mm Wände sowie 94 mm Dach und Boden sind ideal, um gleichermassen gegen Wüstenhitze und – dank der integrierten Fussbodenheizung – klirrende Kälte zu isolieren.

Fenster und Dachluken von KCT, Filtersysteme von Famous Water, angeschlossen an massgefertigte Frisch- und Grauwassertanks und Elektroinstallationen von Victron Energy ergänzen die vielseitige Küche, eine komfortable Sitzgruppe, das Schlafzimmer und schön eingerichtete Badezimmer. In der Rückwand: zusätzlich ein bündig montiertes Fenster, das sich nicht öffnen lässt. Auf dem Fahrerhaus: ein auf Mass gefertigter Dachträger; 1000 Watt Solarpaneele auf dem Kabinendach speisen insgesamt 900 Ah Lithium-Ionen-Batterien. Dieses Fahrzeug bietet einzigartige Fähigkeiten im Gelände, Wohnen auf höchstem Niveau und Autonomie für ausgedehntes Reisen.

Overlanding-Fahrzeug zum selber bauen

Seit 2017 verfolgen Susi und Stephan von Trip Unlimited den Plan, ihren normalen Alltag gegen eine Langzeit-Weltumrundung im selbstausgebauten Reise-Lkw einzutauschen; der Start der Reise ist für 2022 vorgesehen, so haben sie reichlich Zeit, um alle notwendigen Vorkehrungen zu treffen. Nach reiflicher Überlegung kauften sie eine ausgemusterte Mercedes Benz 1224 Feuerwehr mit nur 17‘000 Kilometern auf dem Tacho und in tadellosem Zustand.

Nach der Demontage der überflüssigen Brandbekämpfungsausrüstung wurde ein auf vier Punkten gelagerter Zwischenrahmen montiert und eine massgeschneiderte Kabine bei BoXmanufaktur bestellt, samt Fenstern, Türen, Dachluken, Klappen und vorinstallierten Badezimmerwänden.

Nach ihrem selbstentworfenen Innendesign für zwei Personen auf Fernreise richten Stephan und Susi die Kabine nun ihren Bedürfnisse entsprechend ein: trip-unlimited.de

Camper-Umbausätze von BoXmanufaktur

In Europa ist BoXmanufaktur der Exklusivimporteur für Adventure Wagon-Umbausätze aus den Vereinigten Staaten.

Der erste Vorführwagen basiert auf dem aktuellen Mercedes-Benz Sprinter 4×4.

Für Nordamerika ist RRE Global Vertriebspartner für Terracamper, Crash-getestete Böden und Hubdächer von SCA sowie die prämierten QUQUQ-Boxen, die verschiedene SUVs und Vans in nur einer Minute vom Kombi zum Camper machen. Unabhängig vom Standort werden die Umbauten durch LumiCoin LED-Beleuchtung, EZA-Bordnetz, Famous Water-Filteranlagen und einem umfassenden After-Sales-Support ergänzt.

Famous Water-Filteranlage

MAN 6×6 – der Massstab für die Expedition

Andreas Bruckner, Mitgründer von RRE Global, stützt sein Geschäft auf drei wesentliche Säulen: seine Erfahrung als Reisender und Fahrzeugbauer, seine guten Kenntnisse und langjähriges Verhältnis zu europäischen Herstellern und eine kaufmännische Denkweise, die den Kunden in den Mittelpunkt rückt. Sein Gesamtkonzept spiegelt nicht nur seine Leidenschaft für fahrzeugunterstütztes Reisen wider, sondern auch sein bedingungsloses Vertrauen in jede einzelne Komponente und jeden Prozess, den er liefert. Sein imposanter MAN 6×6 erscheint manchen vielleicht etwas übertrieben, ist aber der unbestreitbare Beweis, dass sein Rezept für Langstrecke, Komfort, Beständigkeit und Sicherheit für sich selbst und seine Familie funktioniert, egal wohin die Reise geht.

Bau und Ausstattung der Kabine wurden von BoXmanufaktur realisiert. Die Komponenten stammen von denselben Herstellern, die RRE Global vertritt. Nach Minustemperaturen im Norden, glühender Hitze und anspruchsvollem Terrain in Mexiko tourt dieser Truck derzeit durch die Staaten und ist auf vielen Messen auf dem ganzen Kontinent zu sehen, wo Interessenten sehen, fühlen, erleben und Fragen stellen oder Termine für eine persönliche Beratung vereinbaren können.

Fazit

Ich besitze weder ein Fahrzeug von BoXmanufaktur noch Produkte dieser zwei Unternehmen. Mein Urteil beruht ausschliesslich auf meiner unparteiischen, unabhängigen Recherche.

Das handwerkliche Können der BoXmanufaktur, die Liebe zum Detail beim Bau von Kabinen und Installationen sind das Ergebnis jahrzehntelanger Erfahrung.

RRE Globals Lieferantenbeziehungen und die exklusive Produktpalette zeugen von viel Sachverstand und Reiseerfahrung, die der Gründung des Unternehmens zugrunde lagen. Die Professionalität und Kompetenz der beiden Inhaber und ihrer Mitarbeiter werden von Lieferanten und Kunden gleichermassen respektiert. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist gut und fair und spiegelt deutsche Ingenieurskunst und Premiumprodukte „Made in Germany“ wider. Die Fertigstellung und Lieferung von Aufträgen erfolgen termingerecht und zufriedenstellend. Und nicht zuletzt sind Kundendienst, Problemlösungen und Garantieleistungen von Kunden beider Unternehmen als schnell und korrekt bestätigt worden.

Ob du in Europa oder den USA zuhause bist, BoXmanufaktur und RRE Global bieten erstklassige Qualitätsprodukte, kompetente Beratung und zuverlässigen Kundendienst. Sicherlich einen Anruf wert, wenn es darum geht, sich praktische Erfahrung gegen das ungute Gefühl an die Seite zu holen.

boxmanufaktur.com | rre-global.com

Wie man sich bettet, so liegt man – der grosse Overlander Dachzelt-Test

Wie man sich bettet, so liegt man – der grosse Overlander Dachzelt-Test

Wie man sich bettet, so liegt man – der grosse Overlander Dachzelt-Test

 

Diese Kollektion an Soft Shell Dachzelten strotzt nur so vor Innovation und Qualität; das Overland Journal hat sechs Soft Shell Dachzelte unter die Lupe genommen und im harten Reiseeinsatz getestet.

Ich weiss noch genau, wie sich -50 Grad anfühlen – so als ob mit der Wärme auch alles Leben meinen Körper verlassen hätte. Ich erinnere mich an den Kampf mit der Abdeckung, wenn das Vinyl bei den frostigen Minusgraden des kanadischen Winters erstarrt. Und wie gut es tut, ins schwere Zelt mit der dicken Matratze zu klettern, das mir Schutz vor der arktischen Kälte bietet. Ein anderes Mal hat sich das Grunzen eines Löwen, der unser Lager umschlich, deutlich in mein Gedächtnis eingebrannt – ebenso meine Dankbarkeit, in einem Dachzelt hoch über der südafrikanischen „Buschveld“ zu liegen. Wie oft habe ich diese Overlander-Festungen gelobt und verteufelt, über Gewicht und Komplexität gelästert oder vor Erleichterung geseufzt, wenn ich bei Regen im überfluteten Camp hoch über Schlamm und Felsen sass.

Wie bei allen Anbau- und Zubehörteilen gibt es starke Argumente, die für oder gegen die Montage am Fahrzeug sprechen. Davon abgesehen sind Dachzelte so beliebt wie nie zuvor; vorbei sind die Tage, da die einzigen expeditionstauglichen Varianten aus Südafrika oder Europa stammten. Aber vor allem sehen wir endlich Innovationen und einzigartige, kundenspezifische Lösungen. Design, Gewicht, Qualität und Aufbau haben nicht mehr viel mit dem Original-Brownchurch von vor 50 Jahren gemein. Wir haben uns einige Monate Zeit genommen und dutzende Nächte im Freien verbracht, um Auf- und Abbau sowie das Outdoor-Leben mit sechs bevorzugten Modellen namhafter Hersteller unter die Lupe zu nehmen.

Über die Wahl vom richtigen Dachzelt

Seitdem die Zahl der Lieferanten auf über fünfzig angewachsen ist und die der verfügbaren Modelle in die Hunderte geht, beschränkt sich das Aussuchen eines Dachzeltes nicht mehr bloss auf deine Lieblingsfarbe. Es gibt Zelte für schon unter CHF 500 bei Amazon – andere kosten das zehnfache – und natürlich alles, was dazwischen liegt. Auch das Qualitätsgefälle hat sich deutlich verringert, sodass mittlerweile robuste Dachzelte in Asien und Discountmodelle in Südafrika produziert werden. Dennoch sind mehrere Attribute entscheidend für den langfristigen Einsatz und die Zuverlässigkeit.

Das richtige Dachzelt: Einfacher ist oft besser

Im Lieferumfang eines Dachzeltes sind oft Dutzende von Zubehörteilen enthalten, welche die Komplexität und das Gewicht stark erhöhen: riesige, überhängende Bodenzelte, schwere und unhandliche Markisen und Wände sowie eine Litanei von Netzen, Gurten, Schlaufen und sogar Motoren, die unterwegs möglicherweise versagen. Gewiss können zusätzliche Wände oder ein Bodenzelt eine wertvolle Ergänzung für grosse Familien sein und weitere Schlafplätze schaffen, aber in den meisten Fällen ist derartiges Zubehör überflüssig, geht zu Lasten von geringem Gewicht und kurzer Aufbauzeit und wird in der Praxis selten genutzt. Alle Zelte im Test sind ohne Vor- oder Bodenzelte.

Ein schweres Dachzelt ist dein Feind

Die zulässige Dachlast der meisten SUVs ist schnell überschritten, wenn ein Dachzelt und Full-Size-Träger angebracht werden. Es gibt nur wenige Fahrzeuge mit Dachlasten von mehr als 100 kg, häufig werden überdimensional grosse Zelte komplett mit Benzinkanistern und Hi-Lift auf durchgehenden Metallgestellen montiert. Besser ist es, kleinere und leichtere Zelte zu wählen, die auch an einfachen Querstangen befestigt werden können. Es gibt Dachzelte, die nur etwa 50 Kilo wiegen, was immer noch die Verwendung eines geeigneten Aluminiumträgers erlaubt. Berücksichtige das Gewicht von Zelt, Gestell, Zubehör und Bettzeug um sicherzustellen, dass dein Fahrzeugdach nicht überbelastet wird.

Ein Dachzelt muss schnell und bedienerfreundlich im Aufbau sein

Der Aufbau einiger Zelte kann 15-20 Minuten in Anspruch nehmen, wenn ein Bodenzelt und alle Stangen verwendet werden. Das ist oft unpraktisch, wenn man bedenkt, wie die meisten Overlander reisen. Auf- und Abbau kostet jeden Tag viel Zeit und Mühe; umso mehr, wenn die Handhabung umständlich ist. Achte besonders auf die Abdeckung, die bei manchen Modellen ein Problem sein kann, wenn sie zum Beispiel zu eng gefertigt bzw. mit zu kleinen oder schwergängigen Reissverschlüssen ausgestattet ist.

Komfort wird bei Dachzelten gross geschrieben

Eines der wichtigsten Argumente für den Kauf eines Dachzeltes ist die gute Nachtruhe; also teste die Matratze während einer Messe und lies Erfahrungsberichte vor dem Kauf. Ich kenne Käufer, die Memory-Foam und sogar Luftmatratzen nachrüsten mussten, um die fehlende Unterstützung der mitgelieferten Matratze auszugleichen. Achte auf eine Mindeststärke von 60 Millimetern und doppeldichten Schaum. Einige Zelte nutzen heute schon gepolsterte Böden oder Unterlagen, um den Komfort zu erhöhen. Auch reduzieren dickere Zeltwände den Lichteinfall und erlauben den Luxus, auch nach Sonnenaufgang weiterzuschlafen.

Die Qualität eines Dachzeltes ist wichtig

Wie bei allem, worauf wir uns fern der Zivilisation verlassen, sind Qualität und Langlebigkeit von grösster Bedeutung. Wie die billige Winde, die nicht funktioniert, wenn wir sie brauchen, ist ein Dachzelt, das beim ersten starken Wind ausfällt, eine Belastung für den Trip. Tatsächlich ist ein Bodenzelt für CHF 800 in jeder Hinsicht besser als ein CHF 800 teures Dachzelt, also ziehe die billigeren Varianten gar nicht erst in Betracht. Der Teufel steckt im Detail – achte auf Reissverschlüsse, Wandstärke, Nähte und Imprägnierung.

Der grosse Dachzelt-Test

In erster Linie ist die Bewertung eines Dachzeltes subjektiv, aber viele Attribute können objektiv überprüft werden. Noch vor 10 Jahren sah die Landschaft der Dachzelte völlig anders aus als heute, denn fast alle folgten dem südafrikanischen Design mit traditionellem Klappzelt und Stützleiter. Die Fülle der jetzt verfügbaren Modelle ist ein grosser Gewinn für den Verbraucher, macht es aber schwierig, echte Qualität und Innovation hinter der üblichen Marketing-Rhetorik zu erkennen. Daher haben wir sechs Modelle bekannter und bewährter Hersteller ausgewählt und dabei auch jüngere Unternehmen berücksichtigt, die wirkliche Innovation gezeigt haben. Unser Angebot reicht von Holz und Leinen (Eezi-Awn) bis zu neuartigen Hybriden (iKamper) und vielen Alternativen dazwischen.

Objektiv verglichen wir Gewicht, Matratzenstärke und Stabilität. Wir haben Zeiten für Quick Setup (schneller Aufbau nur zum Schlafen) und Full Setup (kompletter Aufbau inklusive aller Stangen und Lüftungsöffnungen) gemessen. Die dritte zeitgesteuerte Aufgabe bestand darin, das Zelt richtig zu verstauen, und zwar fahrbereit. Der Aufbau floss wesentlich in die Bewertung mit ein, da ich unterwegs viel zu oft den Frust von Besitzern schwerfälliger Modelle erlebt habe, die mit anfälligen Reissverschlüssen und komplizierten Wänden kämpften. Die abschliessende objektive Prüfung umfasste die Inspektion der Bauteile, Nähte und Witterungsbeständigkeit.

Subjektive Überlegungen sind wichtig für jeden Test, aber ich habe darauf geachtet, solche zu vermeiden, die stark von persönlichen Vorurteilen beeinflusst werden könnten. Ich habe Anmerkungen zu Ästhetik und Design gemacht, aber nur minimal in der Endwertung berücksichtigt. Besonders subjektiv ist die Beurteilung des Matratzenkomforts, der massgeblich von bevorzugter Position, Körpergewicht und Vorlieben des Schlafenden abhängt. Daher liste ich neben meinen Eindrücken auch Daten auf. Trotzdem kristallisierten sich schnell einige Spitzenreiter heraus; entscheidend sind Qualität, Haltbarkeit, Komfort und Aufbau.

Beim richtigen Dachzelt geht nichts über Qualität

Mit zunehmender Popularität des Overlanding kommen mehr Produkte für Reisende mit begrenztem Budget oder nur gelegentlicher Reiselust auf den Markt. Vielfalt ist gut, aber der Käufer muss wissen, ob er eine leichte, kostengünstige Variante oder für Fernreisen geeignete Ausrüstung erwirbt.

Ich habe gesehen, wie sich Leitern in der Mitte durchbogen, Markisen aus ihrer Verankerung rissen und Böden unter “nordamerikanischen” Gewichten einbrachen. Ein Dachzelt ist nicht nur unser Zuhause auf Reisen, sondern kann in vielen Situationen auch als Zuflucht dienen.

Langlebigkeit steckt im Detail und beginnt bei Beschlägen, Scharnieren und Zeltmaterialien. Achte auf stabile Rahmen ganz aus Metall und minimalen Kunststoff an den Belastungspunkten. Die Imprägnierung kann über das Material selbst (wie bei Eezi-Awn) oder mit Beschichtung und Dichtstoffen erfolgen.

ARB Simpson III – das beste Dachzelt für Raumgefühl und Privatsphäre

Im Laufe der Jahre ist ARB von Stossstangen über Fahrwerke und Sperrdifferentiale bis hin zu Soft Gear wie Dachzelten, Swags und Dry Bags gewachsen. Wir haben ihr erstes Simpson-Zelt vor 10 Jahren getestet und weiterverfolgt, wie es sich in Bezug auf Qualität und Innovation entwickelt hat. So haben sie ihren Fokus auf ein einziges Modell gelegt, ausgestattet wie die meisten Verbraucher es sich wünschen und gleichzeitig die Artikelpositionen in Produktion und Lagerhaltung minimiert. Das Ergebnis ist ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und eine breite Verfügbarkeit über ihr ausgedehntes Händlernetz.

Nimmt man das Zelt aus der Verpackung, zeigt sich eine besonders dicke und haltbare Hülle aus UV-stabilisiertem, geschweisstem PVC, die von einem robusten, dreiseitigen Reissverschluss und drei Gurten gehalten wird. Die Installation mit den mitgelieferten Schrauben, Montageschienen und Schiebeplatten verlief problemlos. Der Aufbau war einfach, dauerte aber etwas länger als bei der Konkurrenz, vor allem wegen der drei Gurten, des Reissverschlusses, der Zeltkompressionsriemen und des insgesamt strammen Sitzes der Abdeckung an den Ecken der Markisenstange. Einmal aufgebaut, werden die einzigartigen Attribute des Simpson deutlicher: darunter der umfassende Wetterschutz, den Überdach und Markise für Zelt und Eingang bieten. Die Einheit vermittelt auch ein grösseres Raumgefühl, insbesondere wenn das zugehörige Bodenzelt verwendet wird und man das Zelt in der Privatsphäre des Anbaus betreten kann.

Ich fand die 6,3 Zentimeter dicke Kaltschaummatratze bequem, aber weniger unterstützend als die Besten im Test. In den Innenraum dring aufgrund der hellfarbigen Ripstop-Wände aus Baumwollmischgewebe viel Licht. Das Verstauen des Zeltes beginnt mit dem Zusammenfalten der Markisenstangen und dem anschliessenden Umlegen des Zeltes. Es ging etwas Zeit verloren bei dem Versuch, die Abdeckung über die Markisenstange zu ziehen und den Reissverschluss, um die Kanten zu führen. Das Simpson III bietet ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, insbesondere wenn man berücksichtigt, dass das Anbauzelt im Preis inbegriffen ist.

CHF 1‘404 | arbeurope.com

ARB Simpson IIIPRO

  • Hochwertige Abdeckung
  • Überdachter Eingang
  • Inklusive Anbauzelt
  • Gutes Preis-Leistung

ARB Simpson IIIKONTRA

  • Markise verdeckt Blick von der Leiterseite
  • Matratze für manchen Schläfer evtl. zu weich
  • Abdeckung schwierig anzubringen (Markise)

EEZI-AWN Series 3 1400 – das Dachzelt, um das sich deine Erben streiten werden

Dachzelte sind kein moderner Trend, es gibt sie seit den ersten Automobilen. Und Eezi-Awn gibt es seit über 35 Jahren. Gründer Jack Stuhler und sein Sohn Jess sind nicht nur Hersteller, sondern selbst leidenschaftliche Overlander. Ihre Erfahrung und Hingabe spiegeln sich in der Qualität ihrer Zelte und deren Ruf für Langlebigkeit wider. Ich habe Hunderte von Nächten in Eezi-Awn Zelten verbracht. Die Serie 3 ist das neueste Modell von Dachzelten der Expeditionsklasse aus Holz, Leinen und Aluminium.

Der Aufbau ist einer der einfachsten im Test und dauert nur drei Minuten. Das 700 Denier PVC-Cover mit verschweissten Nähten wird durch Lösen eines Ratschengurtes entfernt, was viel Zeit und Energie spart. Dann zwei Kompressionsriemen lösen und die integrierte Leiter herabziehen, bis sich das Serie 3 öffnet. Der abnehmbare PVC-Regenschutz und die zwei Seitenfenster werden an beiden Türenden durch Federstahlstäbe offen gehalten. Die Enden der Stäbe werden in Stahlhülsen eingesetzt; dies macht die Montage mühelos und verstärkt den Befestigungspunkt.

Die weitere Inspektion des Zeltes zeigt durchgehend hochwertige Materialien, angefangen bei den Leiterprofilen bis hin zu den doppelt genähten Ripstop-Zeltwänden. Die Grundplatte besteht aus 9 mm Marinesperrholz, verstärkt mit Merantiholz und Aluminiumwinkeln. Zusätzliche Stabilität wird durch lange Abschnitte aus extrudiertem Aluminium sowohl auf der Dachträger- als auch auf der Leiterseite erreicht; eine robuste und langlebige Konstruktion. Die Leiter ist ebenfalls extrem stabil, dafür schwergängig. Die Leiterlänge muss der Fahrzeughöhe durch Bohren ins Profil angepasst werden, was sich in unebenem Gelände als problematisch erweisen kann und eine zusätzliche Verlängerung für höhere Geländefahrzeuge erfordert. Aufgrund der schmalen Metallsprossen ist die Leiter für nackte Füsse unbequem. Im Inneren bietet der dicke Leinen eine dunkle Höhle gegen Lichteinfall; die 6,3 Zentimeter starke, hochdichte Schaumstoffmatratze ist mit einem afrikanischen Druck verziert – man kann fast die Löwen in der Ferne brüllen hören.

Richtpreis CHF 1‘999 | eezi-awn.com | lpi.be

EEZI-AWN Series 3 1400 – PRO

  • Hochwertige Materialien
  • Einfacher Aufbau, kein Reissverschluss
  • Grosse Türen und Fenster
  • Dicker Zeltstoff verhindert Lichteinfall

EEZI-AWN Series 3 1400KONTRA

  • Insektenschutzgitter hält kleine Mücken nicht ab
  • Leiter erfordert optionale Leiterverlängerung für höhere Fahrzeuge
  • Leiter muss gebohrt werden

FREESPIRIT Adventure Series M55 – Wow, kein Reissverschluss an der Abdeckung

Freespirit kam mit dem Ziel auf den Markt, etwas Neuartiges zu bieten und die neue Adventure-Serie bietet dies sowohl für den Wochenendabenteurer als auch für den Ganzjahresreisenden. Die Adventure-Produktlinie umfasst alles, vom 1,4 Meter breiten manuellen Modell, das hier getestet wurde, über ein Dreischichtenmodell für alle vier Jahreszeiten bis hin zum elektrischen Modell, das sich per Fernbedienung öffnen lässt. Diese Dachzelte unterscheiden sich von allen anderen im Test, da sie nicht aufklappen, sondern sich über dem Fahrzeug aufrichten, was das Gewicht reduziert und den Aufbau vereinfacht.

Für den Aufbau muss man die reissverschlussfreie PVC-Abdeckung durch Lösen von zwei Gurten und vier Eckclips entfernen. Dann wird das Zelt von der Heckscheibenseite aus nach oben geschoben, bis eine Querstange einrastet. Abschliessend die Türmarkise herausziehen und mit einer aufklappbaren Stange fixieren. Es müssen keine Fensterstangen installiert werden, sodass Quick Setup und Full Setup identisch sind.

Dieser Komfort geht zu Lasten eines eingeschränkten Regenschutzes der Seiten- und Heckfenster, wenn sie zur Belüftung offengelassen werden. Neben der Tür sind zwei grosse Lüftungsöffnungen angebracht, die bei Schlechtwetter helfen. Freespirit bietet auch ein dreilagiges Innenwandset an, das dieses Modell in ein echtes Vierjahreszeiten-Zelt verwandelt.

Der schnelle Aufbau überzeugt aber das Design hat noch andere Vorteile, wie die grosse Dachhöhe und die hervorragende Aussicht aus den riesigen Tür- und Hecköffnungen. Die Leiter stützt das Zelt nicht, sodass es entlang des Aluminium-Rahmenprofils von vorne nach hinten geschoben werden kann, um über den hinteren Zugang einsteigen zu können. Aus meiner Erfahrung ist der grösste Vorteil des Designs der zusätzliche Platz für die Matratze. Dies ist zweifellos das komfortabelste Bett im Test, mit einer gesteppten 6,3 Zentimeter dicken, hochfesten Schaumstoffmatratze und Unterlage. Das Polster ruht auf einem Aluminium-Gitterrahmen, der Gewicht spart und wie ein Boxspring wirkt – innovativ.

Richtpreis $1‘695 | gofsr.com

FREESPIRIT Adventure Series M55 – PRO

  • Schneller Aufbau
  • Bequeme Matratze
  • Stützende Anti-Kondensationsunterlage
  • Flaches Design reduziert die Gesamtfahrzeughöhe

FREESPIRIT Adventure Series M55 – KONTRA

  • Minimaler Wetterschutz an teils Fenstern
  • Design nutzt gesamte Dachfläche der meisten Fahrzeuge
  • Weniger Innenraum bei ähnlicher Grundfläche

FRONT RUNNER Feather-Lite – Geringe Dachlast für den minimalistischen Overlander

Berühmt für ihre in Südafrika entwickelten Aluminium-Dachträger und weiteres Overland-Zubehör, hat Front Runner in den letzten Jahren mit Dachzelten und anderem Soft Gear-Produkten expandiert. Ihre gesamte Produktpalette basiert auf Designs von Stanley Illman, einem der Unternehmensgründer, seines Zeichens lebenslanger Overlander. Aus dieser Perspektive entstand ein leichtes, flaches Dachzelt mit einem beachtlichen Preis-Leistungs-Verhältnis.

Nach dem Auspacken erfordert das Feather-Lite nur minimalen Aufwand: Die Dachträgerprofile werden entsprechend der gewünschten Ausrichtung der Leiter (seitlich oder vorne/hinten) montiert. Das mitgelieferte Befestigungsmaterial gleitet in die Aluminiumprofile und wird mit dicken Platten an die Querträger oder mit entsprechenden Halterungen an den Träger geklemmt. Die Abdeckung besteht aus PVC; zwei Gurte darüber verhindern ein Aufblähen im Fahrtwind. Der Aufbau beginnt mit dem Öffnen der Abdeckung – hier war der Reissverschluss nicht so strapazierfähig wie andere im Test. Nun nur noch die Kompressionsriemen lösen und das Zelt kann geöffnet werden. Das Überzelt ist gross und bietet reichlich Regenschutz. Es nutzt weniger Federstahlstäbe als andere Zelte, ein einziger stützt das Seitenfenster. Die Regenabdeckung kann vollständig entfernt werden, um in berechenbaren Klimazonen zusätzliches Gewicht zu sparen. Dann können sich die Stangen jedoch schon bei mässigem Wind aus den Schlaufen ziehen.

Das Interieur ist einfach, was sich positiv auf Gewicht und Komplexität/Handling auswirkt. Auch das Dach hat eine Lüftungsöffnung mit Mückennetz für eine deutlich bessere Belüftung. Die Matratze ist knapp 30 Zentimeter kürzer als die Gesamtlänge, bietet aber den Vorteil, Schuhe und andere schmutzige Gegenstände vor der Matratze zu verstauen. Ausserdem reduziert es das Gesamtgewicht und ist dennoch lang genug für hochgewachsene Reisende. Ich mag auch, dass die Seitenfenster von oben nach unten mit Reissverschluss zu öffnen sind, was eine Regulierung der Ventilation ermöglicht und gleichzeitig Privatsphäre bietet. Dieses Zelt ist bewusst minimalistisch gehalten, dafür erhält der Käufer eines der leichtesten (nur 43 kg) und das flachste Zelt (30 cm) auf dem Markt.

Richtpreis CHF 1‘095 | frontrunneroutfitters.com

FRONT RUNNER Feather-LitePRO

  • Leichtestes Zelt im Test
  • Flaches Profil, wenn verstaut
  • Minimalistisches Design reduziert die Aufbauzeit

FRONT RUNNER Feather-LiteKONTRA

  • Reissverschluss der Abdeckung weniger robust
  • Mässiger Wind kann die Federstäbe herausziehen

iKamper X-Cover: In diesem einfach zu bedienenden Wunderzelt steckt viel Innovation

Mit einem einzigartigen Hartschalen/Soft Shell-Hybrid startete iKamper auf dem nordamerikanischen Markt – es lässt sich in einer Minute aufbauen und ermöglicht vier Personen, auf einer Kingsize-Matratze zu schlafen. Als Hersteller haben sie jedes neue Modell wohl durchdacht und gerade ein drittes Produkt namens X-Cover auf dem Markt platziert, das einige der frustrierenden Probleme von Klappzelten löst – vor allem die umständlichen Abdeckungen, die langen Rüstzeiten und zu wenig Platz auf dem Träger für Outdoor-Sportgeräte. Das X-Cover verzichtet auf die typische PVC-Abdeckung und schliesst stattdessen mit einer Hartschale, auf der ein zweiter Träger montiert werden kann. Eine umlaufende Schürze aus beschichtetem Leinen hält Staub und Schmutz vom Zelt fern.

Der Aufbau des X-Cover erspart einen ganzen Schritt, da das Entfernen einer Abdeckung entfällt. Allerdings müssen die beiden Plattformen voneinander getrennt werden, was aufgrund der Reissverschluss-Positionierung aber einfacher ist als bei anderen Modellen. Nach dem Öffnen die Leiter herausnehmen und an der Kante der überhängenden Plattform befestigen. Dann wird der Prozess vertrauter und das Zelt mit der Leiter aufgezogen. Es gibt einen Regenschutz, der Eingangstür und Heckscheibe abdeckt, sowie zwei separate, integrierte Rainflys für die Seitenfenster. Alle werden mit Federstahlstäben offen gehalten, die in stabilen Aluminiumkonsolen auf der Plattform untergebracht sind. Das Quick Setup dauerte knapp drei Minuten.

Der Komfort im Inneren, mit einer dicken Steppmatratze und schweren Zeltwänden, ist hervorragend. Die komplette Konstruktion erwies sich als geräuscharm, knarrte lediglich etwas im mässigen Wind beim Testen am Grand Canyon. Ebenfalls neu und einzigartig sind die wasserdichten Reissverschlüsse und das Mondfenster ist eine schöne Bereicherung. Dieses Modell wird besonders Reisende ansprechen, die ihr Sportgerät mit auf die Reise nehmen möchten.

Richtpreis CHF 2‘688 | ikamper.de

Anm. d. Red.: Wir testeten einen Prototypen, der sich leicht vom Serienmodell unterscheidet. In der Sereinausführung wird die seitliche Markise von langen Bögen gehalten und der Dachsparren ist höher für mehr Kopffreiheit.

iKamper X-Cover – PRO

  • Montage von Querträgern für Sportausrüstung
  • Keine traditionelle Abdeckung, reduziert das Gewicht
  • Revolutionäres “frustfreies” Montagesystem
  • Ausgezeichneter Wetterschutz

iKamper X-Cover – KONTRA

  • Leiter muss entfernt werden, wenn das Zelt verstaut ist
  • Bettwäsche kann nicht im geschlossenen Zelt bleiben

Tepui Ruggedized Kukenam 3 – Ein robustes Dachzelt der Expeditionsklasse

Tepui war eines der ersten Unternehmen, welches Dachzelte aus Asien nach Nordamerika importierte und sie erweiterten ihr Produktangebot um einige der preiswertesten, am besten konfigurierbaren und langlebigsten Zelte auf dem Markt. Ihre Zelte sind heute im überall zu finden. Die Mitarbeiter sind selbst begeisterte Overlander, sodass sie den Wunsch nach einem zuverlässigen und haltbaren Expeditionszelt verstanden und das Kukenam 3 so konzipiert haben, dass es den Anforderungen von Weltreisenden genügt. Bei diesem Modell wurden nur hochwertige Materialien verarbeitet, darunter ein robuster Riffelblech-Boden und 360 Gramm Zeltgewebe (40% dicker als bei den meisten Dachzelten).

Der Aufbau ist einfach: Zum Entfernen der PVC-Abdeckung werden zwei Gurtbänder an den Seiten und vom Boden gelöst. Ich fand, der Reissverschluss hätte eine Nummer grösser sein dürfen und die Abdeckung sass enger, als die der meisten anderen Zelte, was die Auf- und Abbauzeiten verlangsamt. Dann das übliche Aufstellen der Leiter und Anbringen der Regenschutz- und Seitenfensterstäbe. Die kleinen Schlitze in den Zeltwänden machten es schwieriger, die Federstäbe in die Fenster- und Markisenhülsen aus Stahl einzusetzen. Sechs Fenster und zwei Lüftungsöffnungen sorgen für eine hervorragende Ventilation.

Das Zelt ist äusserst komfortabel und mit einer der besten Matratzen ausgerüstet: Sie besteht aus einem 6,3 Zentimeter starken und hochdichten Schaumstoff mit einer 12 Millimeter dünnen Anti-Kondensationsmatte. Das Tepui verfügt auch über Gurten, die Matratze und Bettwäsche sichern, wenn das Zelt zusammengelegt wird. Die 600 Denier Ripstop-Zeltwände sind dick, geräuschdämmend und bieten einen Wetterschutz für alle Jahreszeiten. Ein nylonummantelter 18 Millimeter Aluminiumrahmen stützt das Zelt. Es gibt viele Stautaschen und zwei riesige Dachfenster. Weitere sinnvolle Details sind unter anderem Kleiderhaken an der Zelttür und unter der Plattform. Die Leiter ist stabil, gut verarbeitet und bis auf 2,59 Meter ausziehbar. All diese Eigenschaften machen ein wahres Weltenbummler-Zelt aus.

Richtpreis $ 2‘100 | tepui.com

Tepui Ruggedized Kukenam 3PRO

  • Leicht abnehmbares Überzelt für die Sterngucker
  • Nur hochwertige und langlebige Materialien
  • Hervorragende Belüftung
  • Qualitativ hochwertige Leiter

Tepui Ruggedized Kukenam 3KONTRA

  • Gewicht (82 kg) übersteigt evtl. zulässige Dachlasten
  • Abdeckung ist stramm
  • Reissverschluss ist unterdimensioniert

Das Fazit unseres Dachzelt-Tests

Im Prinzip ist ein Dachzelt unser faltbares Zuhause für unterwegs, daher wird fast jeder eine andere Grösse, Form, Farbe und Marke bevorzugen; aber Tests wie dieser zeigen echte Stärken und Schwächen der einzelnen Modelle.

Für den Value Award fiel meine Wahl auf das Simpson III, das Adventure M55 und das Feather-Lite. Das ARB bietet, zusammen mit dem mitgelieferten Bodenzelt, ein riesiges Innenvolumen. Die Markise blockiert das Türfenster, verdeckt den Blick ins Freie und schränkt die Ventilation ein. Beim Feather-Lite schätze ich schon lange das geringe Gewicht und flache Profil, aber es fällt in Bezug auf Matratzenkomfort und Aufbaugeschwindigkeit hinter das Adventure M55 zurück. Letztendlich habe ich mich entschieden, den Value Award dem Adventure M55 zu verleihen, weil es erfrischend einfach aufzubauen ist und eine himmlisch komfortable Matratze bietet. Es überlebte auch Tage sintflutartiger Regenfälle und Winde auf der Overland Expo 2018 Ost – nicht ein Tropfen drang in den Innenraum ein.

Der Editors Choice Award wird, unabhängig vom Preis, immer an das beste Produkt vergeben. Anwärter waren das Kukenam, das Eezi-Awn Series III, das X-Cover und das Adventure M55. Ich nutze (und schätze) Eezi-Awn seit über einem Jahrzehnt. Die Serie III ist einfach aufzubauen und zeitlos in Design und Haltbarkeit, aber ich brauchte immer eine zusätzliche Memory-Schaumauflage, um am nächsten Morgen nicht mit Rückenschmerzen aufzuwachen. Das Tepui Ruggedized Kukenam hätte den Titel bezüglich Qualität und Haltbarkeit verdient, aber selbst ohne Crossbars oder Träger ist es einfach zu schwer für die Dachlasten der meisten SUVs. Es ist am besten auf einem Hänger oder der Ladefläche eines Pickups aufgehoben. Das Freespirit Adventure 55 lässt sich am einfachsten aufbauen und bietet (subjektiv) den höchsten Schlafkomfort. Es ist leicht und gut verarbeitet; mein einziger Vorbehalt gilt dem fehlenden Regenschutz an Seiten- und Heckfenstern (zu Lasten der Belüftung bei warmen Regengüssen, ich denke da an Wüstenmonsun und Dschungelregen). Das X-Cover bietet wundervolle neue Lösungen für alte Dachzelt-Probleme. Voll ausgestattet wiegt es mit Leiter nur 53 Kilo und verfügt über das benutzerfreundlichste Schnellmontagesystem, das ich je benutzt habe. Das Zelt ist schnell aufgebaut, obwohl ich Reissverschlüssen nicht so recht traue, nachdem ich unterwegs viele Ausfälle hatte. Ich schätze die Trägeroption für obenauf, um leichte Fahrräder, Surfboards und SUPs zu transportieren. Nach meiner Überzeugung sollte ein richtiges Overland-Dachzelt wind- und wetterfest, einfach aufzustellen (Achtung: Reissverschlüsse) und leicht (d.h. mit Dachträger unter 70 kg) sein. Ich schwankte zwischen Eezi-Awn und dem X-Cover. Dachzelte haben sich ständig weiterentwickelt, es gibt leichtere Materialien und effizientere Aufbautechniken. Würde ich heute eines dieser Dachzelte auf meinem Fahrzeug installieren, wäre es entweder das Adventure 55 oder das X-Cover – diese beiden gewinnen unseren Value Award bzw. Editors Choice Award.

Fotos: Scott Brady, Larry Brady

Wie man sich den ultimativen Werkzeugsatz zusammenstellt

Wie man sich den ultimativen Werkzeugsatz zusammenstellt

Wie man sich den ultimativen Werkzeugsatz zusammenstellt

 

Es ist immer eine Gratwanderung; einerseits möchte man auf seiner Tour immer das richtige Werkzeug dabeihaben, andererseits nicht zu viel oder überflüssiges Gewicht mitschleppen. Der erfahrene Overlander Jake Quiñones gibt Tipps, wie man sein Tool-Kit am besten zusammenstellt.

Jake Quiñones. Quelle: newmexicoblackrange.com

Das Feld-Toolkit enthält Werkzeuge, die dauerhaft mitgeführt werden – für den Fall einer Reparatur am Strassenrand, in abgeschiedenen Regionen und für sonstige Arbeiten am Fahrzeug. Benutze es auch, wenn du zuhause am Fahrzeug schraubst, damit du siehst, ob etwas fehlt. Es ist besser vor der Abfahrt zu erkennen, dass ein wichtiges Teil fehlt, als mitten in der Wildnis vergeblich danach zu suchen. Bewahrst du hochwertige Schlüssel und Rätschen in der Garage auf und minderwertige im Auto, dann tausche die Rollen: Das letzte, was du gebrauchen kannst, ist ein Werkzeug, das im Notfall versagt.

Werkzeug-Check vor der Reise

Nimm dir Zeit, sämtliche Schrauben, Muttern und sonstigen Befestigungen an deinem Fahrzeug (innen und aussen) zu finden oder zu ertasten und vergewissere dich, dass du für alles die passenden Werkzeuge hast: Schlüssel, Nüsse, Rätschen usw. – alle möglichen Kombinationen zuzuordnen ist jede Menge Arbeit, die richtige Aufgabe für einen ruhigen Sonntagnachmittag. Du wirst feststellen, dass du dein Toolkit um einiges ergänzen musst – insbesondere grosse Stecknüsse und Schlüssel. Hast du eine 22 mm-Nuss für eine bestimmte Mutter, dann brauchst du einen gleich grossen Schlüssel oder eine weitere Nuss (samt Rätsche) für den Bolzen. Ein Engländer sollte ausschliesslich als Notlösung dienen, da er sich unter Last öffnen und den Sechskant beschädigen kann.  

Safety First bei der Arbeit mit Werkzeug

Setze bei Arbeiten unter dem Fahrzeug grundsätzlich eine Schutzbrille auf, um deine Augen vor herabfallendem Schmutz zu schützen. Sei achtsam, wenn du mit Werkzeugen in der Nähe deines Gesichts oder unter schwierigen (aber notwendigen) Hand-/Arm-Bewegungen arbeitest; mit einem Werkzeug bei einer Kraftanstrengung abzurutschen, kann böse Folgen haben. Überlege die Arbeitsreihenfolge im Vorfeld und lege die passenden Werkzeuge bereit, auch wenn es etwas länger dauert, die 100er Verlängerung samt Gelenk aus der Tasche zu kramen. Und überprüfe die abgeschlossene Arbeit sicherheitshalber nochmals.

Drehmomentschlüssel

Quelle: upload.wikimedia.org

Die Anprobe ist auch die beste Gelegenheit zu prüfen, ob alles fest und mit dem richtigen Drehmoment angezogen ist. Ein mechanischer Drehmomentschlüssel ist ausreichend; elektronische sind für die meisten Hobbyschrauber die Investition nicht wert. Eine unzureichend angezogene Schraube erlaubt zu viel Spiel zwischen den Bauteilen und beschleunigt den Verschleiss – oder gar eine offene Verbindung. Anderseits lassen zu fest angezogene Verbindungen kein Spiel zu, was im Falle von Buchsen, Lenk- oder Fahrwerksteilen zu schlechten Fahreigenschaften führen kann. Auch abgerissene Köpfe, beschädigte Gewinde und sonstige Einschränkungen der Bauteile können die Folge sein. Sind die Anzugswerte nicht in der Bedienungsanleitung vermerkt, drucke sie dir aus und fange an, sie zu überprüfen. Danach ziehe mit einem Lackstift einen Strich über Schraube/Mutter und Kontaktfläche, damit du sofort siehst, wenn sich eine Befestigung gelockert hat. Das Drehmoment von Lenk- und Fahrwerksverbindungen sollte alle paar tausend Offroad-Kilometer überprüft werden, da sich Schrauben durch Vibrationen lockern können. Mangelt es an Platz, kannst du auf das Mitführen eines Drehmomentschlüssels verzichten – unterwegs ist es besser, eine Verbindung zu fest anzuziehen; kontrollieren kannst du zu Hause.

Das wesentliche Werkzeug für die Reise

Dein Fahrzeug zu überladen führt zu vorzeitigem Verschleiss und beeinträchtigt die Fahrleistung. Nur weil du Platz für 100 Kilo Werkzeuge hast, ist das kein Grund, sie mitzuführen. Bist du von der Vollständigkeit deiner Werkzeuge überzeugt, dann ist es an der Zeit, sie auf das Wesentliche zu reduzieren. Kommt dir ein Tool überflüssig vor, wäge die Vor- und Nachteile ab.

Selten benutzte oder unpassende Werkzeuge gehören in die heimische Werkbank. Während du dein Werkzeug in den Wochen vor der Abfahrt prüfst und abwägst, entscheide: Werkstatt oder Feldausrüstung? Eigentlich solltest du dir diese Frage bei allem stellen: Kleidung, Küche, Elektronik, Bergungsmaterial usw. Für die wichtigsten Gegenstände benötigst du auch ein Backup. Zum Beispiel sollten deine normalen Wasservorräte durch ein Filtersystem und Tanks ergänzt werden. Weniger genutzte Ausrüstung sollte vielseitig sein: Kann der Hi-Lift-Handle zum Beispiel auch als Brecheisen verwendet werden?

Ist die Feldausrüstung optimal zusammengestellt, verstaue sie so, dass sie so wenig Platz wie möglich einnimmt. Stoff- und Rolltaschen halten alles geräuscharm zusammen – persönlich bevorzuge ich eine robuste Tasche aus gewachstem Segeltuch.

Fahrzeuge – alt und neu, serienmässig oder umgebaut – haben eines gemein: Sie sind alle reparaturanfällig. Und die Zeit, die du im Vorfeld in deine Feldausrüstung investierst, wird dir helfen, Schäden weit weg von zu Hause auf einem Minimum halten.

TIPP

Ziehe mit einem Lackstift einen Strich über Schraube/Mutter und Kontaktfläche, damit du schnell kontrollieren kannst, ob eine Befestigung sich gelockert hat.

Westwärts mit der Nacht: Mein Leben als Fliegerin in Afrika

Westwärts mit der Nacht: Mein Leben als Fliegerin in Afrika

Westwärts mit der Nacht: Mein Leben als Fliegerin in Afrika

 

Weibliche Abenteurer sind rar in der Geschichte. Zu erklären warum, würde jetzt zu weit führen. Was ich sagen kann, ist, dass Beryl Markham ein aussergewöhnliches Beispiel dafür war, dass man nicht nur geografische Barrieren, sondern auch soziale und kulturelle Normen überwinden kann – wofür sie teuer bezahlt hat.

Doch nicht eine Sekunde bemitleidet sie sich in dieser Autobiographie; witzig, offen und eloquent schreibt sie über ihr Leben als Kind in Kenia Anfang des 20. Jahrhunderts. Während ihr britischer Vater eine Farm aufbaute, spielte, erkundete und jagte Beryl zusammen mit den Nandi-Kindern und entwickelte eine tiefe Verbindung zu den Einheimischen, die den meisten ihrer Landsleute damals fehlte. Als Erwachsene wurde Beryl Kenias (und wahrscheinlich Afrikas) erste weibliche Rennpferd-Trainerin. Später widmete sich Beryl einem neuen und gefährlicheren Beruf: der Luftfahrt – sie flog Post und Passagiere über die von Wildtieren durchzogenen Savannen Afrikas. 1936 war sie die erste Person, die allein über den Atlantik von Ost nach West flog – eine Leistung, die mit einer Bruchlandung in Nova Scotia endete.

So manche Autobiographie droht, den Leser mit Selbstbeweihräucherung zu ersticken; nicht so Beryl. Stattdessen strahlt Westwärts mit der Nacht vor Leidenschaft. Dies ist die brillante Geschichte einer Frau, die hundert Jahre vor ihrer Zeit geboren wurde, die Momentaufnahme einer Zeit, die längst vergangen ist – teils zum Guten, teils zum Schlechten.

Westwärts mit der Nacht: Mein Leben als Fliegerin in Afrika von Beryl Markham | [Org.Titel West with the Night], besprochen von Åsa Björklund, ISBN 978-3492232920

Quelle Bild: booklooker.de

Overland Travel Essentials: West Africa

Overland Travel Essentials: West Africa

Overland Travel Essentials: West Africa

 

Fahr nicht nach Afrika. Allein die schiere Menge an Horrorgeschichten, mit denen wir in den 80er und 90er Jahren in Filmen und anderen Medien überschwemmt wurden, sollte dich zu Hause halten und mit Wehmut von Heldentaten auf dem Kontinent träumen lassen. Und auf keinen Fall solltest du Dan Grecs zwanglosen Bericht über seine Westafrika-Reise lesen. Er könnte deine Meinung mit praktischen Ratschlägen ändern, wie unglaublich plausibel das Reisen in der Region wirklich ist.

Seit fast einem Jahrhundert ist Afrika auf Mythos, Legende und Effekthascherei reduziert, wie bei internationalen Abenteuern nur allzu häufig der Fall. In Overland Travel Essentials: West Africa adressiert Dan diese falschen Vorstellungen wie bei einem Lagerfeuergespräch, identifiziert die häufigsten Ängste und spricht sie an. Er beugt unseren “Aber was ist mit…”-Argumenten mit fundierten Empfehlungen über Fahrzeug, Gesundheit, Logistik und Sicherheit vor. Braucht man einen 6×6-Monstertruck, um die unwegsamen, apokalyptischen Strassen zu überleben? Nein. Werden wir uns in einer Drittland-Gefängniszelle um Essensreste raufen, nachdem das Militär unser Titan-Kochgeschirr gestohlen hat? Nein. Nützt uns eine Gummischlange auf dem Armaturenbrett unseres Buschtaxis? Ja.

Dans Buch ist ein übersichtliches Handbuch, das zutreffende, aktualisierte Informationen liefert und dem Leser die Realität vor Augen führt. Wenn die Angst vor Gefahr oder Undurchführbarkeit dich davon abgehalten hat, die Westafrika-Route zu befahren, gib diesem Buch die Chance, deine Meinung zu ändern.

Overland Travel Essentials: West Africa von Dan Grec, besprochen von Stephen Peters, eBook

Lone Rider: The First British Woman to Motorcycle Around the World

Lone Rider: The First British Woman to Motorcycle Around the World

Lone Rider: The First British Woman to Motorcycle Around the World

 

Elspeth Beard ist ausgesprochen abenteuerlustig und mutig. Die Memoiren von ihrer Weltreise mit dem Motorrad bieten dem Leser offene, emotionale Einblicke in ihr Abenteuer. Angefangen bei ihrer Hintergrundgeschichte bis hin zur Verschiffung des Bikes erläutert sie, wie sie sich entschied, ihr Zuhause und ihr Leben hinter sich zu lassen, und wie sich dies auf die Menschen um sie herum auswirkte.

Viele Reiseberichte gehen sehr ausführlich auf die Reise selbst ein, während Elspeth bei jedem Ereignis unterwegs in ihre Gedanken eintaucht. Es ist diese Liebe zum Detail, die den Leser direkt ins Jahr 1982, hinter den Lenker einer 1974er BMW R60/6 bringt, um die Widrigkeiten, Strapazen und Freuden des Reisens miterleben. Ein Motto zieht sich durch das Buch: Gib nicht auf. Trotz Höhen und Tiefen ist es das wert.

Nach ihrer Rückkehr hat sie sich verändert und ist gewachsen, aber zuhause ist alles unverändert – im Gegenteil, niemand scheint sich für ihre bemerkenswerte Reise zu interessieren. Elspeth kehrt in den Fluss des normalen Lebens zurück und parkt ihre Erinnerungsstücke und Geschichten zweieinhalb Jahrzehnte lang in einem Karton, wo sie geduldig warteten, bis die Welt bereit ist, ihre Geschichte zu hören.

Lone Rider: The First British Woman to Motorcycle Around the World von Elspeth Beard, besprochen von Sarah Ramm, ISBN 978-1937747985

Land of the Dawn-lit Mountains

Land of the Dawn-lit Mountains

Land of the Dawn-lit Mountains

 

In ihrem neuesten Buch führt uns Antonia Bolingbroke-Kent in eine weitere abgelegene Ecke der Welt, komplett mit mysteriösen Schamanen, mörderischen Busfahrern, einem hochgelegenen tibetischen Shangri-La und Teegärten. Arunachal Pradesh ist die östlichste Provinz Indiens, wo die grossen zeitlosen Zivilisationen Südostasiens seit jeher aufeinandertreffen. In jüngerer Zeit war die Provinz stark dem umstrittenen britischen Kolonialismus unterworfen. Hinzu kommen unzählige indigene Kulturen und fast jedes Ökosystem unseres Planeten – Arunachal Pradesh bietet sämtliche Zutaten, um die besten Reiseschriftsteller zu inspirieren.

Während Antonia auf ihrer 150ccm Hero Impulse abwechselnd über vereiste Bergpässe und durch schlangenverseuchte Dschungel und pulsierende indische Städte navigiert, erzählt sie von ihren Abenteuern und den unglaublichen Menschen, die sie auf ihrem Weg trifft, mit dem Sinn für Witz und Humor, mit dem anscheinend nur britische Autoren ausgestattet sind. Sie berichtet von ihrer facettenreichen Reise, oft gefährlich, gelegentlich am Wahnsinn grenzend, immer fesselnd. Geschickt flechtet sie interessante Side Stories, kuriose Fakten und die reiche Historie der Orte ein, in die sie uns führt. Von der britischen Kolonialzeit bis zu den Fussmärschen durch Dschungel und über hohe Pässe im Zweiten Weltkrieg hat sie ihr Thema gut recherchiert. Dieses wunderschön verfasste Carnet de Voyage wird nicht enttäuschen.

Land of the Dawn-lit Mountains von Antonia Bolingbroke-Kent, besprochen von Cyril Mischler, ISBN 978-1471156564

I CAN, I WILL. WOMEN OVERLANDING THE WORLD

I CAN, I WILL. WOMEN OVERLANDING THE WORLD

I CAN, I WILL. WOMEN OVERLANDING THE WORLD

 

Sunny Eaton und Karin Balsley liessen erfolgreiche Karrieren und ein angenehmes Leben hinter sich, um gemeinsam die Welt zu erkunden. Beider Wunsch zu reisen entfachte sich in tiefgründigen Gesprächen wie: “Wenn wir noch sechs Monate zu leben hätten, wie sollten wir diese Zeit verbringen?” Was wollten sie als Einzelperson und als Paar erleben und erreichen?

Das Ergebnis war eine Overland-Reise, angefangen beim Kauf eines Serie 80 Land Cruisers und dem Plan, nach Ushuaia zu fahren. In Zentralamerika trafen sie auf andere weibliche Reisende, ein Netz, das sich auch auf die sozialen Medien erstreckte. Hier entdeckten sie erstaunliche Geschichten – und die Idee eines Buches war geboren.

In den letzten zwei Jahren haben Sunny und Karin jene Globetrotter interviewt und aufgezeichnet, die mit 4×4, Motorrad, Van und Fahrrad um die Welt reisen. Der Band ist ein Wunder an Inspiration und Kraft und zeigt Entdecker, die das Leben unterwegs gelebt und ihre Geschichten erzählt haben. Die Autorinnen gehen sehr detailliert auf die Lektionen und Erfahrungen ein, die jeden dieser Ausnahmereisenden motivieren. Die Bilder und das Layout sind atemberaubend und erweisen diesen Vagabunden alle Ehre. Perfekt gebunden und in Farbe ist dieses Buch genau das, was Overlanding bedeutet: Abenteuer.

I Can, I Will. Women Overlanding the World von Sunny Eaton, Laurie Holloway und Karin Balsley, besprochen von Scott Brady, ISBN 978-1732394100

„Am Ende der Strasse: Die Geschichte einer unglaublichen Reise“

„Am Ende der Strasse: Die Geschichte einer unglaublichen Reise“

„Am Ende der Strasse: Die Geschichte einer unglaublichen Reise“

 

Während Dylan in Sri Lanka in Armut aufwächst, träumt er von Abenteuern und sehnt sich danach, die Welt mit eigenen Augen zu sehen. Allen Widrigkeiten zum Trotz beginnt er viele Jahre später damit, seine Träume zu verwirklichen.

Er reist mit seinem geliebten Motorrad namens Bruce auf über zweihunderttausend Kilometern durch fünf Kontinente. Auf dem Weg von Alaska nach Argentinien enden in Panama, am Darien Gap, plötzlich alle Strassen. Aber nicht für Dylan. Am Ende der Strasse beginnt für ihn das grösste Abenteuer seines Lebens: Dylan baut ein vom Motorrad angetriebenes Floss und fährt damit sechs Wochen lang über den Pazifik nach Kolumbien. Und wie zu erwarten, geht natürlich nicht alles glatt. Aber zum Glück gibt es ja Delfine…

Dylan erzählt alles andere als eine klassische Motorradreise-Story. Er erzählt seine Lebensgeschichte, erzählt davon wie die Reise ihn verändert hat. Wie das Materielle für ihn an Wert verlor und es ihm heute viel wichtiger ist, Erlebnisse anstatt Dinge zu sammeln. Bei seinen Lesungen bringt er authentisch und mit viel Charme das Publikum zum Staunen, Lachen und Weinen. Wenn Dylans Augen funkeln, springt seine wahre Freude am Abenteuer über.

„Am Ende der Strasse: Die Geschichte einer unglaublichen Reise“ von Dylan Wickrama und Martina Zürcher, besprochen von Elisabeth Brailey, ISBN 978-3952444801

UAZ SGR Combi Expedition: Das coolste Expeditionsfahrzeug aller Zeiten

UAZ SGR Combi Expedition: Das coolste Expeditionsfahrzeug aller Zeiten

UAZ SGR Combi Expedition: Das coolste Expeditionsfahrzeug aller Zeiten

 

Nein, das ist kein Oldtimer oder ein Restomod, sondern ein nigelnagelneuer UAZ SGR Combi Expedition. Und den gibt es erst noch zu einem unschlagbaren Preis, für den man sonst bloss den Ersatzreifen eines Expeditionsfahrzeuges bekommt. 

Der UAZ-452 ist einzigartig. Seit 1958 wird der Bus in Russland fast unverändert gebaut, gefahren und gebraucht – bis heute so spartanisch wie am ersten Tag. Gerade das macht den “Brotlaib”, wie der Kleinbus auch genannt wird, so speziell. Noch spezieller als hochgesetztes Expeditionsfahrzeug, das es bereits ab umgerechnet 15’000 Franken zu haben gibt und Platz für bis zu 11 Personen bietet.

Fahrender Kühlschrank

Der UAZ Allrad-Bus sieht nicht nur aus wie ein Kühlschrank, er fühlt sich in der Kälte Sibiriens auch besonders wohl. Dazu gehören Features wie zwei separate Schlüssel, so dass der Motor laufen gelassen werden kann, während die Fahrertür abgeschlossen wird.

Obwohl der UAZ SGR Combi Expedition so spartanisch eingerichtet ist wie eine Mönchsklause, gibt es dennoch den grössten Luxus, den man in der sibirischen Kälte haben kann: beheizte Vordersitze.

Unterfahrschutz und Sperrdiff

Der UAZ SGR Combi Expedition verfügt standardmässig über All-Terrain-Reifen, Hochleistungsstossstangen, eine Winde, einen Dachkorb inklusive Dachleiter sowie ein Reserverad. Unter dem Van befindet sich eine röhrenförmige Unterfahrschutzplatte aus Metall, um die wichtigen mechanischen Komponenten im Gelände zu schützen. Der UAZ SGR wird auf der Strasse mit den Hinterrädern angetrieben; fürs Gelände gibt es ein zuschaltbares Allradsystem mit Sperrdifferential und Spicer-Achsen. Der 2,7-Liter-Vierzylinder Motor, der zwischen Fahrer und Beifahrer sitzt, bringt es auf eine Leistung von 111 PS und 198 Nm. Keine Angst: Dort, wo dieses Fahrzeug hinfahren kann, braucht es nicht mehr Leistung.

Die Qual der Farbwahl: entweder leuchtend Orange oder Olivgrün.

Wer einen haben will, kann ihn hier bestellen.

Land Rover Experience Tour Kavango-Zambesi 2019

Land Rover Experience Tour Kavango-Zambesi 2019

Land Rover Experience Tour Kavango-Zambesi 2019

 

Die alle zwei Jahre stattfindende Land Rover Experience Tour führt immer wieder in exotische und abgelegene Teile der Welt. Diesmal fanden die zahlreich angetretenen Discovery Diesel samt Teilnehmern und Crew den Weg ins südliche Afrika, um Länder wie Angola, Botsuana, Namibia und Sambia zu erkunden – ein Erlebnisbericht.

Land Rover Discovery

Wann hat man die Möglichkeit, einen echten Geländewagen artgerecht zu bewegen? Ein paar Schotterwege entlangfahren oder einen schweren Anhänger über die Graswiese ziehen – das ist hierzulande schon drin. Doch Differenzialsperre, Geländereduktion sowie maximale Verschränkung der Achsen dürften beim durchschnittlichen Land Rover Discovery-Kunden selten zum Einsatz kommen. Aber die britische Traditionsmarke hat längst ein Instrument geschaffen, um zu zeigen, wie sich ihre Autos in Extremsituationen bewähren. Schon seit fast zwanzig Jahren veranstaltet Abenteurer Dag Rogge zusammen mit dem deutschen Land Rover-Importeur Reisen in fernen Ländern, bei dem auch 4×4-Neulinge die Produkte in authentischen Offroad-Szenarien prüfen können.

Die Konkurrenz bei der Land Rover Experience Tour ist gross

Etwa 30’000 Kandidaten bewerben sich alle zwei Jahre bei der Experience Tour – mit nur einem Ziel: nämlich an der finalen Reise teilzunehmen. Der durchaus anspruchsvolle Weg dahin (nur sechs Bewerber bleiben übrig) bedeutet für die Kandidaten nicht nur Stress, sondern auch jede Menge Spass. Schliesslich trainieren sie im Vorfeld kräftig für die anstehenden Prüfungen, und dabei ist die Disziplin „Offroadfahren“ natürlich ebenfalls vertreten.Das echte Abenteuer fand 2019 in Angola, Botsuana, Namibia und Sambia statt. In Angola ist es glücklicherweise längst wieder friedlich; und überall, wo der Konvoi von bunt beklebten Land Rover Discovery auftaucht, schauen die Menschen mit heiteren Mienen Richtung Geländewagen, winken und haben sichtlich Spass. Wir kommen mit Einheimischen in Kontakt, lauschen dem Vortrag des Bürgermeisters einer kleinen Gemeinde, wo die Einwohner noch andere Sorgen plagt als zu hohe CO2-Konzentration in der Luft.

Der Land Rover Discovery trifft auf Zebras und Löwen

Land Rover Discovery

Kavango-Zambesi ist ein grenzüberschreitendes Naturschutzgebiet im Süden Afrikas, mit zahlreichen Nationalparks, in denen sich durchaus abenteuerlustige Touristen tummeln, um nachts in luxuriösen Lodges zu residieren. Tagsüber gehen sie dann auf Fotojagd nach seltenen Tieren. Doch Dag Rogge wäre nicht er selbst, würde er die Abenteuer-Messlatte nicht höher hängen. Zumindest der erste Teil des Expeditions-Trupps nächtigt nach dem Abendessen mit anschliessendem Lagerfeuer vor allem in Zelten. Den Lauten nach zu urteilen schleichen zu vorgerückter Stunde nicht nur friedliche Elefanten, sondern auch Flusspferde und flinke Löwen um die Zelte. Ein bisschen mulmig wird es dem einen oder anderen schon, doch Kenner versichern, dass sich die wilden Tiere nicht an den Zelten vergingen. Doch niemand traut sich nachzuschauen, geschweige denn zu fotografieren. Macht nichts, denn nach dem nächtlichen Adrenalin-Kick bietet sich ja tagsüber viel Gelegenheit, um mit exotischer Fauna auf Tuchfühlung zu gehen. Elefanten, Giraffen, Flusspferde und Zebras – alles vorhanden in atemberaubender Nahperspektive.

Unvergesslich: Elefanten unterwegs auf Nahrungssuche

Der Trip durch Steppen und über sandige Pisten, durch Wälder hindurch und an Seen vorbei bedeutet Schwerstarbeit für Mensch und Maschine. Doch der Spass überwiegt, und sicherlich tragen die schweren Discovery ihren guten Teil zum Komfort unterwegs bei. Bestens klimatisiert bei 40 Grad Aussentemperatur trägt der luftgefederte Top-Geländewagen seine Fracht über noch so tiefe Sandpassagen oder schwergängige Gras-Landschaften.

Land Rover Discovery

Und wenn sich doch mal ein Team festgefahren hat im lockeren Sandboden, müssen die Gewinner der Experience-Prüfungen graben – das ist der Preis für diese exklusive Reise. Hier in der natürlichen Offroad-Zone ist das Rüstzeug des je nach Ausbaustufe 190 kW/258 PS oder 221 kW/300 PS starken Land Rover Discovery überlebenswichtig – ohne Reduktion oder Sperre kann es durchaus einmal brenzlig werden.

Land Rover Discovery

Ein Paradies für eine Dusche

Doch so komfortabel der schwere Disco auch sein mag; nach den vielen Tagen in der Wildnis, ohne Dusche und Toilette, sehnt sich auch der härtest gesottene Expeditions-Liebhaber nach ein wenig Ruhe. Etwas desorientiert nach den zahlreichen Grenzübergängen, findet sich der Tross irgendwann in der Zivilisation wieder, auf asphaltierten Strassen. Halt irgendwo in Namibia an einem grossen, bunten Einkaufszentrum – das Team um den stets mitreisenden Chefkoch René Linke muss einkaufen, um weiterhin Buffets inmitten einsamer Weiten zaubern zu können. Raum haben die Discovery ja, das muss man ihnen lassen. Der Inhalt vier oder fünf grosser Einkaufswagen für das locker zwanzigköpfige Team belastet jedenfalls nicht weiter und verschwindet flugs in den Autos.

Die kurze Verschnaufpause hat etwas Trügerisches: An diesem Abend wartet nämlich noch immer kein Hotel auf die Weltenbummler, die grössere Erholung lässt also noch einen Tag auf sich warten. Ab geht es schon wieder in den nächsten Nationalpark mit dem Namen Chobe. Also, runter vom Asphalt, rauf auf die holprige Piste, die allenfalls doppelte Schrittgeschwindigkeit erlaubt, falls man seine Reifen noch länger behalten möchte. Botsuana heisst das Land jetzt – mal wieder, denn der Konvoi schlängelt sich um die Grenzregionen, was noch ein bisschen Extra-Abenteuer bedeutet, denn der Landübertritt per PW ist in diesen Breiten nicht immer ein simples Unterfangen. Doch dank der guten Vorbereitung des Experience-Teams klappt alles reibungslos.

Teilnahme an der Land Rover Experience Tour

Wer sich nicht auf sein Geschick und den Zufall verlassen möchte, um von einer Hand voll ausgewählter Personen aus zehntausenden von Bewerbern herausgepickt zu werden, darf sich selbstverständlich auch an diverse Agenturen wenden und eine so oder so ähnlich gelagerte Reise buchen. Diese Erfahrung zu sammeln lohnt sich jedenfalls und dass Geländewagen hier einmal wirklich sinnvoll sind, ist doch ein ganz erfrischender Nebeneffekt.

Land Rover Discovery